Hochsensible Warnehmung

Hallo ihr Lieben ☀️

Diesmal erzähle ich Euch etwas über meine Wahrnehmung….

Wie ich die Welt und alles, was da so kreucht und fleucht, erlebe.
Menschen, die die Welt ähnlich erleben, wie ich es tue, werden im Allgemeinnen als „hochsensibel“ oder „hochsensitiv“ bezeichnet. Auch wenn ich solche Etiketten eigentlich gar nicht mag, benutze ich es hier einfach mal zum leichteren Verständnis. Denn jeder Mensch, auch jeder hochsensible Mensch, nimmt seine Umwelt anders wahr. 
Alle Hochsensilblen haben allergings gemeinsam, daß sie anders wahrnehmen, als normal sensible. Der überwiegende Anteil der Menschen ist normal sensibel und nur ein geringer Prozentsatz sieht und empfindet anders. Es sind, soweit ich weiß, so circa 1-9%..... da gehen die Schätzungen sehr auseinander.
Mein näheres Umfeld kann sehr gut mit meiner Sensibilität umgehen und bei meiner Arbeit kann ich es, zum Wohle meiner Kunden, ebenfalls gut einsetzen.
Schwierig wird es für mich oft, wenn ich Menschen neu kennenlerne. 
Speziell wenn dieses Kennenlernen über´s Internet stattfindet. 
Hier erlebe ich oft, daß Menschen davon ausgehen, daß alle anderen die Welt so erleben, wie sie selbst. 
Das ist aber nicht so!
Geschriebene Worte sind für mich nicht einfach Aneinanderreihungen von Buchstaben mit einer abstrakten Bedeutung.

Wenn mir jemand schreibt, dann ist für mich jedes Wort, das ich lese, wie ein Gefühl, das mich tief berührt. Ich nehme manchmal Bilder wahr, die ebenfalls Gefühle in mir auslösen. 
Klar wissen das meine Mitmenschen erstmal nicht. 
Ich sag ja nicht: „Hey, ich heiße Andrea und bin hochsensibel“ 
Warum sollte ich das auch tun? „Hochsensibel“ ist schließlich kein Warnhinweis …… DANGER ☢️ …. Diesen Warnhinweis würde ich lieber so einigen „normal“ sensiblen verpassen 😉 …. 
Wenn ich einen Menschen kennenlerne, gehe ich erst einmal davon aus, daß er achtsam und respektvoll mit seinen Mitmenschen umgeht . 
Nun,leider gibt es auch da unterschiedliche Definitionen, wie ich schmerzlich erleben durfte.

Spreche ich mit Menschen am Telefon, dann bekommen ihre Worte noch mehr Inhalt für mich. Ich nehme sehr deutlich wahr, wie mein Gegenüber sich fühlt. Jedes gesprochene Wort dringt tief in mich hinein…… dagegen kann ich nichts tun. Es ist so und damit darf ich umgehen. 
Das ist der Grund, weshalb ich mir mittlerweile sehr genau überlege, mit wem ich telefoniere und Musik höre, wenn ich in der Stadt unterwegs bin. Man wird mich dort selten ohne Stöpsel in den Ohren sehen. Bus und Bahn waren für mich früher ein Graus.
Was bin ich froh, daß ich Auto fahren kann ❣️

Spreche ich dann noch mit einem Menschen von Angesicht zu Angesicht, dann ist das an Informationsfluss nicht mehr zu toppen. Ich höre nicht nur Worte, die Gefühle in mir auslösen, ich sehe jede Geste und sei sie noch so klein, jede kleinste Regung in der Mimik….. sind wir dabei in der Öffentlichkeit, kommen noch die Umgebungsgräuche dazu….. Licht….. Schatten…… Gerüche…… 
Das alles ergibt einen wahnsinnigen Cocktail an Reizen!
Es gibt Stimmen, die dringen in meine Ohren und ich habe keine Chance sie zu ignorieren. Sebst wenn ich mich noch so sehr auf meinen eigentlichen Gesprächspartner konzentrieren möchte….. es geht einfach nicht!

Lange habe ich gebraucht, um heraus zu finden, warum ich so reagiere, wie ich es tue. Es war damals ein Segen, als ich zum ersten Mal von Hochsensibilität las.
Mittlerweile ist das allerdings fast eine Mode geworden. 
In den vergangenen Jahren habe ich so einige Menschen kennenlernen dürfen, die von sich behaupteten, sie seien hochsensitiv. 
Natürlich freue ich mich immer, wenn ich einem Menschen „meines Stammes“ begegne. Endlich ein Mensch, dem ich nichts erklären muß. Endlich ein Mensch, der die Welt ähnlich wahrnimmt, wie ich.
Tja….. leider hat sich oft heraus gestellt, daß diese Menschen nicht hochsensibel waren, sondern einfach unsicher und empfindlich.
Und das ist etwas ganz anderes!!!

Klar bin ich nicht immer nur sanft und ruhig. Ich kann sogar ziemlich aggressiv werden, wenn ich mich überfordert fühle. 
Das kann man sich so vorstellen, wie eine Katze, die sich erstmal abwendet, wenn sie nicht gestreichelt werden möchte. Läßt man sie dann nicht in Ruhe oder bedrängt sie sogar, dann faucht sie, kratzt oder beißt. 
Läßt man sie in Ruhe, dann kommt sie allerdings ganz sicher recht bald und möchte kuscheln 😊

Seitdem ich weiß, warum ich die Welt so warnehme, wie ich es nun mal tue, lebe ich sehr zurück gezogen. 
Mehr und mehr Menschen ließ ich gehen….. und nun habe ich zwar wenige Menschen, die ich Freunde und Familie nenne, aber es sind liebevolle, herzliche Menschen, die achtsam und respektvoll im Umgang sind.
Nur selten verabrede ich mich in meiner Freizeit….. Ruhe und All-Ein(s) sein kann ich sehr genießen. Das durfte ich lernen und ich bin dankbar dafür.

 

In Liebe
Eure
Andrea
💚

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