Würde

 

Seit  einigen Tagen, begleitet mich das Wort „Würde“.

Wenn unsere Grenzen verletzt werden, jemand ungebeten in unseren persönlichen Raum eindringt, dann ist das ein Angriff auf unsere Würde.
Würde ist für mich etwas schwer Beschreibbares….eher ein Gefühl. ….. Habe ich meine Würde, dann stehe ich stark und unerschütterlich, voller Mitgefühl da.
In vielen Leben wurde uns die Würde geraubt, mit dem Ziel, daß wir schwach und beugsam werden…….
Männer waren gezwungen, in Schlachten und Kriege zu ziehen, in denen sie kaum beschreibbare Gräuel erlebt haben…… Sie haben getötet und mußten mit ansehen, wie getötet wurde. ….. Unsere Männer mußten mit ansehen, wie ihre Frauen mißhandelt, vergewaltigt und getötet wurde….. Unsere Männer mußten miterleben, daß sie hilflos zusehen mußten, wie ihre Kinder, ihre Familien, ganze Sippen abgeschlachtet wurden……Kaum vorstellbar, was das mit einem Mann macht……. Geboren als Beschützer, kann er seine Aufgabe nicht erfüllen……
Als gebrochener Mann bleibt er zurück…….seiner Würde beraubt…..seiner Stärke beraubt!
Das alles bleibt im Gedächtnis unserer Zellen in der DNA gespeichert……. Und mit der Erhöhung der kollektiven Schwingung, kommen immer mehr Erinnerungen hoch….. ob bewußt oder unbewußt…..diese Erinnerungen sind da und wirken nachhaltig!
In der Moderne ziehen die meisten Männer nicht mehr in Schlachten, in denen Blut fließt.
Ihre Schlachten sehen anders aus:

Sie müssen sich einem Zeitablauf  beugen, der schier unmenschlich ist. Eingepfercht mit vielen anderen Männern, auf engstem Raum, verbringen viele Männer ihr Leben in einem Büro.
Dazu gezwungen, weil sie ihre Rolle als Beschützer und damit auch als Ernährer der Familie, gerecht werden wollen.
Aber viele Männer werden auch hier ihrer Würde beraubt.
Man raubt ihnen ihre Würde, indem sie ihrer Rolle nicht gerecht werden können. Sie müssen oft viel zu lange Arbeitszeiten akzeptieren, wodurch sie kaum Zeit mit ihrer Familie verbringen können. Sie können sie in dieser Zeit der Abwesenheit, weder beschützen, noch ihrer Frau tatkräftig zur Hand gehen, noch den Kindern eine adäquates männliches Vorbild sein.
Dadurch verschwinden sie aus den Familien fast gänzlich…….was zur Folge hat, daß kein Mann mehr damit aufwächst und erleben kann, was „Mann sein“ wirklich ausmacht. Unsere kleinen Männer erleben fast nur noch Weiblichkeit und erleben dazu auch noch oft Unverständnis, ob ihrer männlichen Verhaltensweisen.
Sie werden ermahnt, nicht zu raufen und still zu sein…..usw.
Hier werden nicht nur unsere Partner ihrer Würde beraubt, sondern die nachkommende Generation lernt gerade, daß „Mann sein“ unerwünscht ist!
Dazu kommt, daß unsere Ehemänner und Partner oft in Jobs arbeiten, die völlig unterbezahlt sind. Sie können dadurch ihrer Rolle als Ernährer nicht nachkommen. Die Frau muß ebenfalls außer Haus arbeiten und ihre Kinder fremden Menschen überlassen.
Hier wird die Würde einer ganzen Familie mit Füßen getreten.

 

Darüber, wie die Würde der Frauen über Jahrhunderte hinweg verletzt wurde….. wie Frauen ihrer Würde beraubt wurden…….darüber wurde schon so viel geschrieben, daß ich das hier nicht auch noch wiederholen möchte.
Mir geht es darum, daß wir ein Gefühl dafür entwickeln, was unsere Würde ist……wie wichtig sie für uns ist.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“……….
Ein schöner Satz, der für mich langsam eine Bedeutung bekommt.
Wie können wir unsere Würde bewahren?
Ich schätze, da gibt es viele Ideen und Ansätze.
Mein Weg ist der, daß ich aufstehe und öffentlich mache, wenn ich Unrecht erlebe.
Egal, ob als Betroffene oder als Beobachterin.
Erlebe ich Unrecht, greife ich ein……. Gebe dem Menschen, der vielleicht im Moment nicht dazu in der Lage ist, meine Stimme und trete für ihn ein…… Ich gebe meine Stimme so lange, bis der betroffene Mensch, selbst wieder dazu in der Lage ist. ….. Manchmal sind Menschen so schockiert, daß sie nicht geradeaus denken können und dann ist es gut, wenn jemand da ist, der das kurz übernimmt…..
Wenn wir uns für andere einsetzten, die es gerade nicht für sich selbst können, geben wir ihnen die Chance, daß sie ihre Würde behalten. So können sie danach wieder erhobenen Hauptes und mit geradem Rücken stehen…..anstatt gedemütigt Kopf und Schultern hängen zu lassen.

Ich bin eine große Freundin klarer Worte. Ich finde, daß Klarheit das Leben einfacher macht.
Deshalb sage ich oft klar, wenn ich etwas gut finde……nehme mir aber auch das Recht, daß ich ansprechen, wenn ich etwas Scheiße finde.
Das ist mein Weg, wie ich meine Würde bewahre, die in meinem Leben schon unzählige Male mit Füßen getreten und bespuckt wurde. ……Und das war nicht immer  offensichtlich mit Gewalt und Aggression…….
Viel nachhaltiger wird die Würde eines Menschen verletzt, wenn es durch vermeintliche Freundlichkeit und maskiert durch Anteilnahme geschieht…… Vermeintlich liebevolle Worte, die dir hinterrücks das Messer in den Rücken rammen….
Sätze wie….. „Schau da mal nach deiner Resonanz…“ …… „Das hast du in dein Leben gezogen…..“
Das bringt mein Blut zum Kochen!!!!
Ein Freund von mir hat das schön beschrieben…. Er sagte sinngemäß:
„ Wenn ein Mensch mit dem Fahrrad stürzt und sich verletzt, dann gehe ich erstmal hin und helfe, leiste erste Hilfe und komme gar nicht auf die Idee ihm zu sagen, er solle sich mal genau überlegen, warum er das in sein Leben gezogen hat….“
Und ich finde, das ist ein anschauliches Beispiel.
Alles zu seiner Zeit.
Mitgefühl, Anteilnahme, evtl. praktische Unterstützung……. Dann kommt erstmal lange nix…….Und irgendwann, wenn der/die Gestürzte sich erholt hat……dann kann mal geschaut werden, ob man das vielleicht in Zukunft anders machen könnte. Aber auch das sollte in einem geschützten Rahmen geschehen….. auch hier gilt es die Würde zu wahren!

So, nun habe ich viel geschrieben….. das sind meine Gedanken zum Thema „Würde“

In Liebe
Eure
Andrea

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